Schon früh erkannten Gäste aus aller Welt die Schönheit des Oeschinensees oberhalb von Kandersteg. Einer der Gründe, warum sich David Wandfluh im Jahr 1890 dazu entschloss, ein Gasthaus am Oeschinensee zu errichten. Damals war Ur-Urgrossvater Wandfluh einfacher Landwirt in Kandergrund. Neben der Gastronomie hat unsere Familie auch die Tradition der Landwirtschaft bewahrt. Das Berghotel wird heute in fünfter Generation geführt und befindet sich vollständig in Familienbesitz. Keine Investoren und zu hundert Prozent unabhängig – Betriebe mit einer langjährigen Tradition werden leider immer seltener. Daher sind wir auf unsere Tradition besonders stolz.
Der Grossteil unserer 30 Mitarbeitenden sind bereits seit Jahren, einige Jahrzehnte am Oeschinensee anzutreffen. Bei uns ist es mehr als einfach nur arbeiten – wir verbringen Lebenszeit und helfen einander auch privat. Unser Team hat ein Dienstalterschnitt von über 14 Jahren. Unsere Team war auch der Hauptgrund, weshalb wir unser Betriebskonzept im Jahr 2023 komplett angepasst haben. Der Stresslevel konnte mit standardisierten Betriebsabläufen und einem klaren Konzept reduziert werden. Ebenfalls bleibt unser Hotelbetrieb im Moment geschlossen. Dies wegen unserer Kinder mit welchen wir am Abend die Zeit aktiv geniessen. Ein grosses Merci an unsere “Oeschi-Familie” für das viele Herzblut und die schönen gemeinsamen Momente!
Bereits seit langem sind Schafe unsere Passion und zugleich ein Ausgleich. Unser Gemeinschaftshof mit der Familie Grossen in Kandersteg umfasst rund 30 Milchkühe, 20 Rinder und 50 Schafe. Die Schafe verbringen den Sommer in den steilen Hängen unterhalb der Gondelbahn. Es wird ausschliesslich Futter verwendet, welches auf eigenen Wiesen wächst und im Sommer selber eingebracht wird. Ein Grossteil des Fleisches wird lokal in Kandersteg geschlachtet und von uns selbst in der eigenen Küchenmanufaktur am Oeschinensee verarbeitet. Gemeinsam mit 2 weiteren Landwirten wird auf der Alp Ueschinen oberhalb von Kandersteg Alpkäse aus Rohmilch hergestellt. Diesen verkaufen wir ebenfalls direkt am Oeschinensee.
David Wandfluh erbaut das Berghotel am Oeschinensee als kleine Pension mit 10 Zimmern und einer Gaststube.
Das Berghotel wurde grosszügig erweitert. Der heutige Grundriss entspricht grösstenteils dem von damals. Unter anderem wurde eine offene “Trinkhalle” gebaut. Der “Eselstall” ist heute noch erhalten.
Während der Kriegszeit brach der internationale Fremdenverkehr komplett ein. Vor allem Schweizer Gäste und viele Schulreisen besuchten jedoch den Oeschinensee. Tagesmenu: Suppe mit Wurst, CHF 2 – eine Wurst für zwei Kinder.
Unser Grossvater David Wandfluh war im Aktivdienst. 1221 Diensttage hat dieser geleistet.
David Wandfluh erbaut die 2er Sesselbahn der Firma von Roll Bern von Kandersteg nach Oeschinen. Der Bau einer Sesselbahn war damals eine Pionierleistung – von einer Seilbahn durch die Luft wurde nicht viel Erfolg erwartet. Damals waren Standseilbahnen auf Schienen mehr im Trend als eine Bahn in der Luft.
David & Susanna Wandfluh übernehmen den Familienbetrieb und führen ihn in der 4. Generation weiter. In den nächsten 30 Jahren wurde das Haus komplett renoviert und saniert. Die Küche wurde ausgebaut, die Kühlanlagen erweitert, alle Zimmer saniert und bereits Anfang der 90er Jahre eine Solaranlage installiert.
Immer mehr älteren Gästen war der Weg vom See zurück zur Bergstation zu weit. Herzinfarkte waren das Resultat. Eine Pferdekutsche transportierte daher ab 2003 bis 2006 vor allem ältere Gäste von der Bergstation an den Oeschinensee. Die Arbeit war für die Pferde zu anstrengend, ab 2007 wurde ein Elektromobil (1. Prototyp war ein Flop) eingesetzt. Seit 2014 verkehr ein Elektrofahrzeug “made in Zermatt” am Oeschinensee.
Alle Betriebe auf dem Berg müssen sich der Kanalisation von Kandersteg anschliessen. Zudem wird eine Glasfaserleitung an den Oeschinensee verlegt. Für die Trinkwasserversorgung des Berghotels wird eine neue Zuleitung gegraben. Die gesamten Kosten werden ohne Öffentlichkeit getragen.
Christoph & Lea Wandfluh übernehmen den Betrieb in 5. Generation. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern verbringt die Familie den Sommer am Oeschinensee. Das Team umfasst rund 15 Mitarbeitende. Der erste Stock wird komplett saniert. Auch die Kühlräume werden erweitert.
David jun. (Christoph’s älterer Bruder) kommt nach seinen Wanderjahren zurück nach Hause. Er wirkt seit da in der Küche mit und unterstützt uns tatkräftig.
Der erste Food Truck wurde vom Schreiner nach unseren Vorgaben gefertigt. Ein Jahr später folgt der Zweite. Das Bergstübli bei der Bergstation wurde übernommen. Die behördliche Sperrung vom “Spitze Stei” mit einem Vorlauf von 24 Stunden ist immer in Hinterkopf. Die mobilen Food Trucks und das Bergstübli können daher den Mitarbeitenden und den Gästen ein Angebot bieten, wenn das Berghotel am See geschlossen werden muss.
Die ungewisse Situation rund um den “Spitze Stei” und Corona bewegte uns zu neuen Ideen. Gemeinsam mit mittlerweile 30-köpfigen Team tüfteln wir laufend an neuen Ideen. So entstand auch unser Angebot “Fondue2Go” oder die “Oeschi-Glacé”. Die Pandemie konnte glücklicherweise ohne finanzielle Unterstützung der Öffentlichkeit überwunden werden. Alle Mitarbeitenden wurden durch die Zeit beschäftigt, es gab keine Entlassungen.
Ein Iveco Lieferwagen mit Hebebühne wurde erworben, wodurch die gesamte Logistik nun über die Gondelbahn statt über die Privatstrasse abgewickelt wird. Aufgrund regelmässiger behördlicher Sperrungen der Zufahrtsstrasse wegen Naturgefahren vom “Spitzen Stei” ist eine zuverlässige Planung nicht mehr möglich. Es wird intensiv in die Arbeitserleichterung (Ergonomie) im gesamten Betrieb investiert. Weiter wurden mit allen Partnern auf dem Berg Pressmulden für den Abfall aus der gesamten Bergregion angeschafft. Die Entsorgung bis zur Kehrichtverbrennung in Thun übernehmen wir eigenständig.
Die Besucherzahlen nehmen stetig zu, ebenfalls werden immer wieder personelle Abgänge verzeichnet. Das Team schwindet innert weniger Wochen von 40 auf 23 Mitarbeitende. Der Dienstjahresdurchschnitt des Teams beträgt jedoch immer noch 16 Jahre. In nur sechs Wochen haben wir den Betrieb erfolgreich zu einer Selbstbedienung umgebaut, um unseren Gästen weiterhin erstklassige Küche bieten zu können. Unsere Anfrage für die Erweiterung der WC-Anlage wurde vom Kanton leider abgelehnt. Das Hotel bleibt ab Sommer vorerst für Übernachtungen geschlossen.
Wir bewegen uns immer mehr von einem Saison- zum Jahresbetrieb hin. Mit dem kleinen Angebot im Restaurant direkt am See wird somit auch in den Zeiten ohne Bahnbetrieb ein Grundangebot geboten. Auch dank dem neuen Wanderweg von Kandersteg zum Oeschinensee können Besucher ganzjährig einfacher und vor allem sicher zum Oeschinensee gelangen. Die Zusammenarbeit auf dem Berg ist so gut wie noch nie. Alle Partner ziehen am gleichen Strick und so finden regelmässig Treffen mit den Nachbarsbetrieben statt. Die Ungewissheit vom “Spitzen Stei” schweisst uns zusammen.
Im Frühjahr wird ein Teil des oberen Stocks von der “Feierabendstube” für Hotelgäste umgenutzt. Hierbei ist die Nachfrage nach Restaurantplätzen und Seminarräumen ein Grund für die Umnutzung. Neu entstehen so 80 bis 100 neue Innensitzplätze. Insbesondere bei Schlechtwetter oder während den Wintermonaten sind diese Plätze eine Entlastung.
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